Dass die 03er eine gute Turniermannschaft sind, bewiesen sie die letzten zwei Jahre, als man egal wo, mindestens auf das Treppchen kam. Allerdings war man beim Hallen-Indoor-Cup in Mönchengladbach krasser Außenseiter, agieren dort seit Jahren ausnahmslos Top-Teams aus ganz NRW. Daher wurde man im ersten Step nicht einmal berücksichtigt, rückte durch glückliche Umstände nach. Ziel war es bei 30 namhaften Vereinen sich achtbar zu verkaufen und den CSC überregional ehrvoll zu vertreten. Das klappte - und wie! Man sagte im Vorfeld dem Team, dass man in der Halle nur mit 100% Leidenschaft und unbändigen Willen und Ehrgeiz etwas erreichen kann, dass in 14 Minuten Spielzeit die Ligazugehörigkeit nicht entscheidend ist.

In der Gruppe E mit 6 Teams kann man durchaus auf 7 Punkte kommen, um ins Achtelfinale zu rutschen. Und die Qualität bekam man im ersten Duell zu sehen. Die Kölner von Borussia Lind und der CSC fighteten um jeden Krümmel Granulat. Und als der CSC mit 5:4 um ein Haar als Sieger den Platz verlassen hätte, gab es kurz vor dem Ende nach einem individuellen Fehler das 5:5. Was man da noch nicht wusste: es war bereits das Finale um den Gruppensieg.

Und die Mannschaft wurde von Spiel zu Spiel besser, wusste die taktischen Umstellungen umzusetzen. Schon im Spiel gegen den VfR Büttgen stimmt das Umschaltspiel, man siegte mit 3:1. Und dann lief's wie am Schnürrchen! Der PSV Neuss wurde mit 8:0 deklassiert, bevor Germania Reusrath, bis dato auch siegreich, nach einer Gala-Vorstellung mit 9:1 vom Platz gefegt wurde. Die Eltern trauten ihren Augen nicht. Das 13:0 im fünften Gruppenspiel gegen den PSV Mönchengladbach endete mit einem Debakel für den Gastgeber und Veranstalter. Cronenberg hatte sich hier schon in der Halle Eindruck verschafft. Trotz 38:7 Tore reichte es nur zu Platz 2, da Köln mit 39:7 um ein Törchen besser war. Aber: Minimalziel Achtelfinale erreicht!

Endrunde (und nun wird's dramatisch): Im Achtelfinale ging es gegen die Oberhausener von BW Alstaden, die in Gruppe B Zweiter wurden. Und unverkennbar war der Respekt der Oberhausener, hatte der CSC sich nun endgültig in den Fokus der Trainer und Zuschauer gespielt. Völlig konzentriert knüpfte man an die Leistungen an und gewann hochverdient mit 3:0. Im Viertelfinale wartete kein geringerer als die SG Wattenscheid 09, die allerdings im Vorfeld einen kleinen Fehler machte und schon für das Halbfinale plante. Diesen Dialog bekam man mit, teilte der Mannschaft mit: "Laut Wattenscheid könnt ihr nach dem Spiel duschen!" Der Blick der Spieler: unbezahlbar. Was sich dann abspielte ist der Grund, warum man Fußball liebt. Der Wuppertaler SV, dort schon leider ausgeschiedenen, wünschte dem Stadtrivalen viel Erfolg und man vertrat die Stadt in einem Wahnsinnsspiel. Nach 4 Minuten führte der CSC nach einem irren Tempospiel bereits mit 4:0! Wattenscheid kam auf 2:4 heran und das Spiel kippte. Jeder warf sich in die Bälle und als der CSC bei einem Konter, wenn man in der Halle überhaupt davon sprechen kann, das 5:2 erzielte, feierten die Zuschauer diesen Fight gegen die Bochumer. Am Ende hagelte ein sattes 7:2 und Standing Ovations. Halbfinale! Hier ging es gegen den Niederrheinligisten von DJK Giesenkirchen, die wie eine B-Jugend dastand. Irre Truppe! Hier zeigte der CSC zuviel Respekt und lag relativ zügig mit 0:3 hinten. Mehr als ein 2:5 sprang gegen die an der Grenze zur Legalität agierenden Mönchengladbacher nicht heraus. Der CSC ging nach 7 Stunden im Mammutturnier auf dem Zahnfleisch und musste nun noch gegen die spielerisch überragenden Lünener von Westfalia Wethmar um Platz 3 auf den Kunstrasen. Im neunten Spiel egalisierte Wille und Leidenschaft die spielerische Technik und bis 3 Minuten vor dem Ende stand es 0:0, auch aufgrund zweier überragender Keeperleistungen auf beiden Seiten. Und dann passierte es: der CSC bekam seine erste 2-Minuten-Strafe im denkbar ungünstigsten Moment und kurz vor Ablauf eben dieser den logischen Gegentreffer zum 0:1. Der schuldige Spieler aber verstand die Ansage während seiner Pause, füllte den CSC wieder auf und nagelte zum 1:1 den Ball ins Netz. Unfassbare Gefühlswelt. 9-Meter-Schießen! Und hier wusste man: der CSC will den Pokal. Da der CSC-Keeper alle (!) 9m hielt, seinerseits selbst alle verwandelte, gab es dann eine Jubeltraube.

Vor Teams wie Hamborn 07, Wattenscheid 09, Wuppertaler SV, TSV Havelse, SV Wilhelmshaven etc., wer hätte das gedacht? Als Underdog angereist, dann vor Lob auch aller Trainer übergossen. So kam u.a. der Trainer vom Turniersieger Giesenkirchen zum CSC und bat aufgrund der tollen Einstellung direkt um ein Testspiel. Auch am Abend meldete sich Mönchengladbach und bat den CSC, unbedingt im Januar an der Winterchallenge teilzunehmen. Man hat Eindruck hinterlassen. Unter dem Strich muss man der Mannschaft danken, die leidenschaftlich für den CSC und Wuppertal bei einem sensationell strukturierten Turnier ans Limit gegangen sind. Ja, es war bloß ein Hallenturnier, aber was für eines! Wir sind stolz auf die Jungs!